Jobsuche im Ausland

Habt ihr schon einmal versucht im Ausland einen Job zu finden? Einfach, weil ihr Lust auf eine neue Erfahrung habt oder ihr gerne in einem bestimmten Land leben wollt? Dann geht es euch so wie mir.

Ich habe, man könnte schon fast sagen jahrzehntelang, den Versuch unternommen, international tätig zu werden. Wie oft habe ich schon gehört „du musst unbedingt international arbeiten, ins Ausland gehen, mit deinen Fremdsprachenkenntnissen“… Dabei habe ich die verschiedensten Anlaufstrategien unternommen und einige Erkenntnisse gewonnen, die ich mit euch teilen möchte.

In den Anfangsphasen meiner beruflichen Tätigkeit habe ich mich einfach mal ganz naiv bei Firmen direkt im Ausland beworben, auch initiativ. Jeder, der das schon einmal gemacht hat wird bestätigen können, wie mühsam es ist, seine Bewerbungsunterlagen in mehreren Sprachen aktuell zu halten. Um es kurz zu machen: Es hat NICHTS gebracht, nada, niente! Meiner Erfahrung nach sind Bewerbungen an Unternehmen ins Ausland nahezu hoffnungslos, bleiben sogar zumeist gänzlich unbeantwortet. Eine Ausnahme scheinen hierbei Internationale Organisationen in Europa darzustellen, vor allem, wenn sie bestimmte nationale Quoten zu erfüllen haben.

Vermutlich ist schon die ausländische Adresse am Lebenslauf alleine hinderlich und ein K.O.-Kriterium für Personaler, zumal oft die Bewerbungsmodalitäten für Nicht-Ortsansässige nicht erfüllbar sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man in seinem Online-Profil nur lokale Adressen angeben kann oder eine landestypische Registernummer ausfüllen muss.

Nachdem ich auf diesem Wege keinen Erfolg hatte, erschien mir eine andere Strategie realistischer: Auslandserfahrung über einen inländischen Arbeitgeber. Aus einer recht intensiven Recherche im Internet resultierte schlussendlich eine kleine Liste österreichischer Unternehmen, die in den für mich in Frage kommenden Ländern tätig waren. Nachdem in diesen so gut wie nie offene Stellen in meinem Bereich ausgeschrieben waren, habe ich mich fast durchgängig initiativ beworben. Erstaunlicherweise ist die Rücklaufquote solcher Initiativbewerbungen meiner Erfahrung nach gar nicht so schlecht, wie man es vielleicht erwarten würde. Wie oft habe ich zumindest die Antwort bekommen, dass momentan kein Bedarf in der ausländischen Niederlassung besteht. Ganz wenige Male wurde ich doch tatsächlich zu einem Gespräch eingeladen.

Eine große Ausnahme stellt meine letzte Anstellung dar, bei welcher ich zum ersten Mal überhaupt über eine öffentliche Ausschreibung einer Stelle im Internet gestolpert war, in der es dezidiert um eine Entsendung ging. Was daraus geworden ist, könnt ihr hier nachlesen.

Viel üblicher ist eine Entsendung nach langjähriger Mitarbeit in einem Unternehmen, sprich im Zuge interner Rekrutierung. Das erfordert von den Angestellten allerdings sowohl eine Menge Flexibilität als auch Mobilität, denn das Wunschland wird es wohl in den meisten Fällen nicht werden. Man landet eben dort, wo gerade Bedarf an Arbeitskraft besteht. Oft handelt es sich hierbei um verantwortungsvolle Stellen. Darüber hinaus wird dazu natürlich absolute, schon in Beweis gestellte Loyalität verlangt, um überhaupt vom jeweiligen Unternehmen für eine solche Aufgabe in Betracht gezogen zu werden. Definitiv vorteilhaft ist daher eine enge Verbindung zu den Entscheidungsträgern bzw. der Firmenführung.

Bleibt als letzte Möglichkeit noch der Versuch, als Ausländer vor Ort direkt nach einem Job zu suchen. Da ich darin noch kaum Erfahrung habe, würde ich mich über eure Einblicke freuen. Meiner Einschätzung nach dürfte es sich um die vielversprechendste Methode handeln, einen Arbeitsplatz in seinem Lieblingsland zu ergattern. Selbstverständlich mit einem gewissen finanziellen Polster, Sprachkenntnissen und einer gelassenen Einstellung, was die Art des zukünftigen Jobs betrifft.

Die größte Herausforderung stellen jedoch Aufenthaltsgenehmigungen und Arbeitsbewilligungen dar. Für Europäer in Europa sollte dies, abgesehen von den bereits beschriebenen Hindernissen, eher weniger ein Problem sein. Wirklich kompliziert wird es für Nicht-Europäer bei uns, sowie auch für uns in Übersee. Zumeist müssen Unternehmen ganz genau begründen, warum sie einen Ausländer einstellen wollen. Für viele Positionen ist dies jedoch schwer möglich. Womit wir wieder bei der langjährigen Firmenzugehörigkeit sind, die eine solche Schlüsselposition natürlich eher rechtfertigt. Darüber hinaus kann man auch nicht davon ausgehen, als gut ausgebildeter Europäer unter lauten intellektuellen „Nackabatzln“ zu brillieren. Auch Übersee gibt es eine Menge Arbeitskräfte hervorragender Qualifikationen denen noch dazu keine sprachlichen oder kulturellen Barrieren das Leben erschweren.

Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der ich von einer ausländischen Bekannten auf eine Einstellung bei meinem damaligen Arbeitgeber in Österreich angesprochen wurde. Sie meinte damals, dass doch nur ein Brief der Firma notwendig sei, der ihre Einstellung rechtfertigen würde. Ob es wirklich ganz so einfach ist? Leider hat die Firma damals die Idee von Anfang an abgeblockt. Zu hoch sei der bürokratische Aufwand. Eines ist jedoch klar: Wer möchte, der findet einen Weg. Firmen haben da schon ihre Mittel. Und für bestimmte Leute werden alle Hebel in Bewegung gesetzt.

Jobsuche im Ausland ist also noch um einiges mühevoller als sie zu Hause ohnehin schon ist. Eine lokale Adresse, schon um sofortige Verfügbarkeit zu signalisieren, wäre von Vorteil, vielleicht von einem hilfsbereiten Kontakt vor Ort? Wahrscheinlich würde es auch viel mehr Sinn machen, sich für einige Wochen in seine Zielstadt zu begeben und einfach mal persönlich vor Ort zu suchen. Aber vielleicht habt ihr diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht, die von denen ihr hier berichten wollt? Her mit euren Geschichten! J

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